Historie
Eine Mühle mit Geschichte: Qualität durch Tradition
Die Kanow-Mühle in Sagritz blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1527 hat sich die Mühle immer wieder verändert und ist ihrer ursprünglichen Aufgabe dennoch treu geblieben: dem handwerklichen Arbeiten mit Saaten und Öl.
1527 – Erste urkundliche Erwähnung
Die Mühle im Dahmetal bei Sagritz wird erstmals im Jahr 1527 urkundlich als „Wuschack-Mühle“ erwähnt. Auch im Kartenwerk des ehemaligen sächsischen Kreises Luckau um 1813 ist sie bereits am heutigen Standort verzeichnet.


1815 – Die Familie Kanow übernimmt die Mühle
Ein wichtiger Wendepunkt folgt im Jahr 1815: Christian Karl Kanow aus Neu Zauche ersteigert die damals schwer verschuldete Mühle für 2.170 Taler. Damit beginnt die Geschichte der Mühle im Familienbesitz der Familie Kanow.
Fast 38 Jahre dauert es, bis die Mühle schließlich schuldenfrei ist. In dieser Zeit geht sie an seinen Sohn Karl Gustav Kanow über.



19. Jahrhundert – Mahlen und Ölschlagen
Zu dieser Zeit werden in der Mühle vor allem Mehl und Futterschrot hergestellt. Schon früh kommt auch die Ölproduktion hinzu. Ein fünf Meter großes, freistehendes Wasserrad treibt bis 1924 die Mühlenanlage an.
1924 – Modernisierung mit neuer Antriebstechnik
1924 wird die Mühle umfassend modernisiert. An das Mühlengebäude wird ein Turbinenhaus angebaut und das bisherige Wasserrad durch eine Francis-Turbine ersetzt.
Die neue Technik bringt einen deutlichen Leistungsschub: Die Leistung steigt auf 6,5 PS bei 110 Umdrehungen pro Minute. Damit können sämtliche Maschinen der Mühle angetrieben werden.
Auch die wirtschaftliche Bedeutung der Mühle wächst. Mehl wird für Bäckereien und Bauern aus der Umgebung hergestellt, während Futterschrot an die Landwirte der Region geliefert wird.



1948 – Ein schwieriger Einschnitt
Nach dem Zweiten Weltkrieg verändern sich die Bedingungen grundlegend. 1948 untersagt die sowjetische Militäradministration kleinen Mühlen die Öl- und Mehlproduktion. Teile der Ölmühlentechnik werden ausgebaut und verkauft.
Die Kanow-Mühle bleibt dennoch in Privatbesitz. Das traditionelle Müllerhandwerk wird unter schwierigen Bedingungen weitergeführt, bevor das Gewerbe bis 1973 schrittweise eingestellt wird.



1988 – Ein neuer Abschnitt
1988 geht die Mühle an Christina Behrendt über. Die Geschichte der Mühle als Familienbetrieb setzt sich damit fort.
In den folgenden Jahren wird die historische Bedeutung der alten Mühlentechnik zunehmend wiederentdeckt. Eine historische Stempelpresse wird nach dem Vorbild alter Technik aus einer anderen Mühle übernommen und restauriert.


1998 – Die Ölproduktion kehrt zurück
Am 8. August 1998 wird die Ölproduktion in der Kanow-Mühle wieder aufgenommen. Damit beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Mühle: Die traditionelle Ölherstellung wird wieder zu einem zentralen Bestandteil des Betriebs.
Die historische Technik wird erhalten, überholt und für die erneute Ölproduktion nutzbar gemacht.
2011 – Übergang in die nächste Generation
Mit dem Generationswechsel im Jahr 2011 übernimmt Christian Behrendt die Geschäftsführung. Die Verbindung von traditionellem Müllerhandwerk und moderner Betriebsführung wird weitergeführt.



2014 – Erweiterung der Ölmühle
2014 wird die Ölmühle um ein neues Gebäude erweitert. Dort wird die historische Technik nachgebaut und weitergeführt. So können die Öle auch künftig nach dem bewährten handwerklichen Verfahren hergestellt werden.
2019 – Mehr Platz für Rohwaren
Mit der Erweiterung der Lagerkapazitäten für Rohwaren im Jahr 2019 schafft die Kanow-Mühle die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Betriebs.


2025 – Neuer Hofladen
Ein weiterer wichtiger Meilenstein folgt 2025: Die Kanow-Mühle zieht mit dem Hofladen in ein umgebautes Stallgebäude. Neben einer größeren Verkaufsfläche entstanden dort moderne Büroräume sowie Räume für die Abfüllung, Verpackung und Kommissionierung.



Heute – Tradition mit Zukunft
Derzeit wird der alte Hofladen in einen Museumsraum, die „Gläserne Ölmühle„, Schritt für Schritt umgewandelt. Bereits weitere Ideen für neue Projekte sind geplant.



~ Qualität durch Tradition ~
